Datum: 15.08.2022
Autor: Lukas Gasser

u10mila in Ulricehamn (Gebiet Lassalyckan)

Am Samstag, 6. August, nahm ich an einer besonderen Staffel in Schweden teil - an der u10mila. Diese Staffel ist eine Nachahmung der 10mila (eine der grössten Staffeln) für Junge - 'u' steht für ugdomen, was auf schwedisch Jugend heisst. Die Staffel besteht aus 10 Strecken und startet jeweils am frühen Samsatagmorgen um 02.45 Uhr. Alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen dürfen höchstens 20-jährig sein. Drei Strecken müssen von Damen gelaufen werden und bei der 5. Strecke dürfen gleichzeitig bis drei LäuferInnen starten, wobei die erste Person im Ziel übergibt.

Zusammen mit Lena und Manuel wurde ich vom OLC Kapreolo zu diesem Abenteuer eingeladen. Am Freitagmorgen reisten wir von Jönkoping nach Ulricehamn, wo die diesjährige u10mila stattfand. Wir trafen da unsere Teammitglieder und unseren Coach Ueli Tantanini, welcher uns noch genauer instruierte und die Ziele bekannt gab. Ziel eins war natürlich, ohne Postenfehler durchzukommen und Ziel zwei war, Spass und Freude haben, dann werde es automatisch gut herauskommen mit dem Rangziel 'erste Hälfte'. Bis da war noch unklar, ob ich die Startstrecke im Dunkeln oder die 9. Strecke, welche die längste war, laufen werde. Es wurde für mich die 9. Strecke gewählt. Ich konnte mich also darauf einstellen, dass ich ungefähr um 8.00 Uhr meinen Lauf starten würde. Genauer konnte ich es nicht wissen, weil es sehr darauf ankam, wie gut es meinem Team bis dahin erging. Wir richteten unser Zelt für die Nacht ein. Dieses wurde für die Nacht vom Freitag auf den Samstag (Staffeltag) vom Militär zur Verfügung gestellt. Nach dem Einrichten sind wir zum ersten Mal ins Wettkampfzentrum gegangen, welches einen knappen Kilometer entfernt von der Zeltstadt war. Da verschafften wir uns einen Überblick über Start, Übergabe und Zieleinlauf und bekamen unsere Startnummern. Als Unterhaltung diente uns die 4er-Staffel für die bis 14-Jährigen. Zum Abendessen gab es einen Eintopf, der vom Organisator offeriert wurde. Dann machten wir uns auf zurück zu den Zelten und gingen bereits um 21.00 Uhr schlafen. Wir konnten unseren Begleitpersonen noch vor dem Schlaf mitteilen, ob wir den Massenstart in der Nacht miterleben und wann wir für unseren Lauf geweckt werden wollten. Um 2.15 Uhr liess ich mich ein erstes Mal wecken, um den Start von Janne mitzuverfolgen. Eine grosse Anzahl der Jugendlichen wollte sich den Massenstart nicht entgehen lassen und machte sich verschlafen zum Startgelände auf. Dass so viele Jugendliche in der Nacht früh morgens aufstanden für die kurze Action faszinierte mich. Ich war erstaunlich wenig müde und fühlte mich schon recht bereit für meinen Einsatz. Trotzdem legte ich mich eine knappe Stunde nach dem ersten Aufstehen wieder hin, um nochmals einige Stunden zu schlafen. Bevor ich eigentlich geweckt werden sollte, war ich schon wach und erblickte das leere Zelt. Alle Teammitglieder waren entweder in der Vorbereitung für den Wettkampf oder am Zuschauen. Ich ass ein kleines Frühstück, welches ein Coca-Cola und zwei Nuttelabrötchen beinhaltete. Zusammen mit Lena, welche die Schlussläuferin war, machte ich mich mit gepackter Tasche auf den Weg zum Start. Es kamen uns schon viele LäuferInnen entgegen, welchen den Lauf schon hinter sich hatten. Es verlief leider nicht alles nach Plan. Die Stirnlampe der zweiten Läuferin gab schon kurz nach dem Start den Geist auf und sie musste mit einer kleinen Ersatzlampe ihren Lauf absolvieren. Dass sie dieses Missgeschick nur ca. 20 Minuten kostete, ist eine sehr gute Leistung! Nachdem ich meine Banane gefuttert habe, machte ich mich ans Einlaufen. Es war unklar, wann meine Vorläuferin eintreffen sollte, was das Bereitsein zu einer Herausforderung machte. Ich freute mich, als ich endlich starten konnte. Es war ein relativ einsamer Staffellauf in - für schwedische Verhältnisse - ziemlich grünem Gelände. Die Spuren, welche sich mit den vielen VorläuferInnen gebildet hatten, vereinfachten für mich die Sache. Physisch war ich allerdings ein wenig müde von den vielen Wettkämpfen, welche ich in Schweden zu diesem Zeitpunkt schon absolviert hatte. Nach einem Lauf ohne grosse Fehler konnte ich recht zufrieden an Lena übergeben. Ich verlor auf meiner Strecke knappe drei Minuten auf die Besten, was mich auf Grund der sehr starken und älteren Konkurrenz zufrieden stellte. Als Team platzierten wir uns ungefähr in der Hälfte (Rang 47 von 96), was erfreulicherweise dem Rangziel und den Erwartungen entsprach. Es war ein tolles Erlebnis, welches ich nächsten Sommer gerne mit einem OL-Zimmerberg-Team wieder erleben möchte.