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Nachruf für Fabio Würmli (10.08.19/..)

Bei der Geburt eines Kindes freut sich männiglich und lacht. Nur das Kind weint. Beim Hinschied eines Menschen ist es genau umgekehrt.

Lieber Bio

Vor wenigen Monaten bist zu du zum zweiten Mal Grossvater geworden. Der kleine Levi bedeutete dir sehr viel. Im kommenden Februar wolltest du dich pensionieren lassen und einen Teil der neu gewonnenen Zeit deinen beiden Enkeln Diego und Levi schenken. Nicht nur für deine eigenen Kinder und für deine Enkel hast du in deinem Leben sehr viel Zeit investiert. Nein, du Bio warst ein eigentlicher Kinderfreund. Dich interessierten die Sorgen und Nöte der Kleinen und du freutest dich mit ihnen, wenn ihnen etwas gelang. Die Kinder spürten dein ehrliches Interesse und vertrauten dir. Während vieler Jahren prägtest du die Nachwuchsförderung der OLG Thalwil. Kinder in die Geheimnisse des Orientierungslaufes einzuführen, machte dir Freude. Du organisiertest unter anderem zahlreiche Frühjahrslager und opfertest dafür viele deiner Ferienwochen.

Für mich warst du so etwas wie der Vater der Kategorien H10 und D10. Jahre lang hast du dich hartnäckig dafür eingesetzt, dass die Troll-Kategorien an Wettkämpfen überhaupt angeboten wurden und dass sie dann auch niveaugerecht gestaltet waren. Dich ärgerten Bahnleger, die sich mit ihren Parcours verwirklichen wollten und in der Folge den Kindern viel zu schwierige Aufgaben zumuteten. Du wolltest den Kindern beim OL wenn immer möglich Erfolgserlebnisse vermitteln und scheutest dabei keinen Aufwand. Als Controller der Kinder-Parcours schautest du dir die Bahnen nicht nur am Schreibtisch an, sondern überprüftest heikle Stellen oft auch im Gelände.

Der OL-Sport war für dich mehr als ein simples Hobby. Er war deine Leidenschaft. Während du früher an fast allen grösseren und kleineren Veranstaltungen teilnehmen wolltest, entwickeltest du dich in den vergangenen Jahren zum Rosinenpicker. Die Swiss O Week in Gstaad war eine solche Rosine, auf die du dich schon lange gefreut hattest. Obwohl du dich nicht wirklich fit fühltest, wolltest du dieses einmalige OL-Erlebnis um keinen Preis verpassen. Am Montag, nach der zweiten Etappe, sassen wir noch gemeinsam im Garten der REKA-Siedlung in Rougemont und genossen anlässlich der OL Zimmerberg Grillparty den lauen Sommerabend. Offen berichtetest du uns von deinen gesundheitlichen Sorgen, aber auch von deiner Zuversicht, dass alles gut kommt. Zwei Tage später erwies sich letzteres als schlimmer Irrtum. - Dass du uns so plötzlich für immer verlassen hast, können wir heute noch kaum fassen.

Schon am Mittwochabend, 7.8., nach unserer kleinen Trauerfeier in deiner Ferienwohnung, entschieden wir, trotz allem an der vierten Etappe auf dem Hornberg teilzunehmen. Wir alle waren überzeugt, dass wir damit genau in deinem Sinne handeln. Natürlich war die Stimmung am Donnerstagmorgen in unserem Team gedrückt. Wir waren traurig. - Als wäre nichts gewesen, zeigte sich das Wetter am Tag nach deinem Hinschied von der schönsten Seite. Die Sonne tauchte die liebliche Berglandschaft in ein zauberhaftes Licht, und am tiefblauen Himmel zogen schneeweisse Wolken vorbei. – Wer weiss, vielleicht hast du uns beim Laufen über die grünen Matten von da oben zugeschaut, ganz bestimmt mit einem Lächeln im Gesicht.

Martin Gross